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Europäisch-Nordamerikanischer Dialog
zur Globalisierung der Offshore - Windbranche

Europäisch-Nordamerikanischer Dialog – Offshore Summit
Europäisch-Nordamerikanischer Dialog – Offshore Summit

Ein gemeinsames Projekt von:

  • Invest in Mecklenburg-Vorpommern
  • GADORE Center USA, Philadelphia
  • Wind Energy Network Rostock

Offshore in den USA - ein neuer Markt entsteht

Nach Ankündigungen von Präsident Obama 2009 sollen die US-Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80% gesenkt werden. Darüber hinaus ist es vorgesehen, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2012 auf 10% und bis 2025 auf 25% zu steigern. Ein zentrales Instrument zur Umsetzung dieser Vorgaben soll eine neue Energie- und Klimagesetzgebung sein. Doch um die wird 2010 noch heftig gestritten.

Wie GTAI (Germany Trade & Invest) Ende 2009 meldete, passierte eine erste Vorlage für einen umfassenden "American Clean Energy and Security Act" (ACESA) bereits im Juni 2009 erfolgreich das Repräsentantenhaus. Mit diesem sollen die US-Treibhausgasemissionen bis 2020 um etwa 17% unter das Niveau von 2005 gesenkt werden. Zentrale Bestimmungen betreffen die Einführung eines US-weiten Emissionshandels ("cap-and-trade system") sowie eine Mindestquote von 20% für erneuerbare Energien in der nationalen Elektrizitätsversorgung bis 2020 ("Renewable Portfolio (Electricity) Standard" - RPS). Während im US-Kongress 2010 noch um die Einführung eines nationalen RPS gerungen wird, sind in rund 30 US-Bundesstaaten bereits entsprechende Standards in Kraft.

Offshore-Start in den USA - Technologiepartnerschaften mit Europa werden gesucht

Nach Angaben des amerikanischen Department of Energy (DOE) verfügen die USA über ein wirtschaftlich nutzbares Onshore-Windenergiepotenzial von über 8.000 GW. Die windreichsten Gegenden liegen in den Küstenregionen, um die großen Seenplatte sowie in der Mitte des Landes. Im Bereich Offshore-Windenergie könnten sich laut GTAI künftig Lieferchancen für deutsche Technik und Dienstleistungen bieten. Bisher steht die Entwicklung dieses Segments in den USA aber noch am Anfang. Als besonders geeignet für Offshore-Projekte gelten insbesondere die Neuenglandküste, der nördliche Bereich der Pazifikküste sowie die große Seenplatte an der Grenze zu Kanada. Es wird mit einer möglichen Offshore-Kapazität von 54 GW im Jahr 2030 gerechnet.

Die verstärkte Hinwendung zu Offshore-Windenergie unter der Obama-Administration hat für die Küstenstaaten im Nordosten der USA große Bedeutung, so GTAI.  In dieser Region ist die Offshore-Windbranche konzentriert (unter anderem in New Jersey, Massachusetts, Maine), und sie bietet eine Kombination günstiger Standortvorteile. Im Anschluss an die von der US-Administration freigegebenen Explorationsvorhaben sollen in New Jersey vier Offshore-Projekte mit jeweils 350 MW installierter Leistung ans Netz gehen. Der Bau soll 2012 mit den ersten fünf Turbinen beginnen, ein Jahr später soll der erste Offshore-Strom fließen.

Mediale Aufmerksamkeit richtete sich in in den letzten Monaten vor allem auf zwei Großvorhaben: Die Planer des Cape Wind-Projekts wollen 130 Windkraftturbinen mit einer Gesamtkapazität von 420 MW vor der Küste Massachusetts installieren. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1 Mrd. US$. Das geplante 600 MW-Offshore-Projekt des Branchenunternehmens Bluewater Wind in Delaware soll ab 2012 Strom generieren.

Um die ambitionierten Ziele bezüglich der installierten Kapazität zu erreichen, sind die USA auch auf europäische Technologie angewiesen. Branchenunternehmen aus Europa haben einen Vorsprung bei Planung und Bau von Offshore-Anlagen.